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Diesellok 2190.01 entrollt, Unfallursache Gegenstand weiterer Untersuchungen

09.12.2018

Die 2190 wird im Remisengelände in Kienberg vom Tieflader abgeladen.Am Freitag, den 30. November 2018 wurde mit einer Diesellok (ohne Waggons, nur drei Mitarbeiter) eine routinemäßige Streckenkontrollfahrt (vor den jährlichen „Nikolofahrten“) und Räumarbeiten (Baumschnitt) auf der Ybbstalbahn-Bergstrecke vorgenommen. Dabei ist um 14:40 Uhr die historische Diesellok 2190.01 talwärts entrollt und nach 1,4 Kilometern in einer Kurve entgleist. Die Lokomotive ist zehn Meter neben dem Gleis auf dem Bahndamm zum Liegen gekommen. Zum Glück wurde niemand verletzt. Die genaue Unfallursache ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig zu klären. Schon am darauffolgenden Samstag, den 1. Dezember, wurde die Lok mit Hilfe der Feuerwehren Gaming und Amstetten mit einem 40-Tonnen-Kran geborgen und mit einem Tieflader in die Remise nach Kienberg-Gaming gebracht. Hier wird die Lokomotive von einem externen Gutachter näher untersucht werden.

Bei der Streckenkontrollfahrt wird die Lok wiederholt angehalten, zuletzt 100 Meter nach der Haltestelle Gaming in Fahrtrichtung Lunz am See bei der dort befindlichen Bahnmeisterhütte. Dort wurde die Lok kurz angehalten, um einige Bäume, die durch die Eislast umgekippt waren, mit der Motorsäge zurückzuschneiden. Die Lok wurde vorschriftsgemäß mit der Handbremse eingebremst und das feste Anliegen der Bremse auch überprüft.

Nach ca. 15 Minuten rollt die Lok unerwartet talwärts. Das wird von zwei Mitarbeitern sofort bemerkt (nicht von jenem an der Motorsäge), die der Lok nachlaufen, sie aber nicht mehr erreichen. Die Lok rollt 1,4 Kilometer talwärts und entgleist in einem Linksbogen, folgt noch ca. 20m dem Gleisverlauf bis sie nach rechts von der Bahntrasse kippt sowie in weiterer Folge den Damm abrutscht. Ein sehr stabil ausgeführter Wildzaun hat die Lok schließlich aufgefangen. Der Dieselmotor ist noch gelaufen; Betriebsstoffe sind keine ausgetreten. Entgleisungsspuren oder Schäden am Gleis sind dank des stabilen Stahlschwellenoberbaus nicht zu erkennen.

Der Triebfahrzeugführer und die zwei weiteren Mitarbeiter wurden unmittelbar nach dem Vorfall von der Polizei einvernommen und gaben wahrheitsgemäß an, die Lok vorschriftsmäßig mit der Handbremse gesichert zu haben. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter der ÖGLB hatten bei der behördlichen Einvernahme 0,0 Promille. Am Unfallort wurde unter Beisein der Polizei festgestellt, dass die Bremsklötze an den Radreifen anliegen. Warum die Lok dennoch entrollen konnte, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.

Das Amt der NÖ-Landesregierung hat einen Amtssachverständigen für Eisenbahnwesen beauftragt, die Lok zu begutachten. Die NÖLB wird zusätzlich einen unabhängigen Eisenbahnsachverständigen beauftragen, um nähere Erkenntnisse zu gewinnen, die auf die Unfallursache hindeuten könnten.

Mitglied im Verband der Österreichischen Museums- und Touristikbahnen.