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Aktuell - 2019

Frühling im Höllental

Beitrag verfasst am 11.05.2019

Die Arbeiten an Fahrzeugen und Strecke einer Museumseisenbahn finden nicht nur während der Betriebssaison, sondern während des gesamten Jahres statt. Wenn der Winter die Strecke fest in seiner Hand hat, konzentrieren sich die Arbeiten hauptsächlich auf die Fahrzeuge in der Remise, aber sobald die Schneeschmelze einsetzt, sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch gleich wieder auf der Strecke tätig.

Plattformen des Beiwagen B11 erstrahlen in neuem Glanz

Neue Bodenleisten für den Beiwagen B11. © ÖGLB/Ferdinand DrexlerNachdem die alten Bodenleisten des originalen L.B.P.-H.-Beiwagens B11 bereits an den Enden teilweise gesplittert und ausgebrochen waren, mussten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Bei diesen Arbeiten zeigte sich, dass sich der originale Holzboden in einem ausgezeichneten Zustand befindet, woraufhin entschieden wurde, das vorhandene, in Hirschwang eingebaute, Linoleum vollständig zu entfernen. Die aus der L.B.P.-H.-Zeit stammenden Altlöcher im Boden wurden anschließend vor der Montage der neuen Leisten verschlossen und der Boden lasiert.

Gleis- und Fahrleitungsarbeiten im Bereich Hirschwang

Die Schwellen einer Weiche vor der Remise wurden inkl. der beiden langen Bockschwellen heuer getauscht. © ÖGLB/Reinhard PoppBereits seit letztem Herbst arbeiten die Mitarbeiter an einer Sanierung der beiden Abstellgleise entlang des Werkskanals in Hirschwang, der sogenannten „Kanalgleise“. Diese Arbeiten konnten nun weitgehend abgeschlossen werden. Nachdem der Strauchschnitt im letzten Abschnitt des nördlichen Kanalgleises fertiggestellt wurde, konnten die benötigten restlichen Kurzschwellen vorgebohrt und am Kanalgleis für den Einbau bereitgelegt werden, welcher kurz darauf stattfand. Außerdem konnte mit dem Einbau der letzten Einzelschwellen die Sanierung des Gleises 4 neben der Halle in Hirschwang erfolgreich beendet werden. Unmittelbar danach begann der Schwellentausch einer Weiche im Hallenvorfeld, der bereits teilweise abgeschlossen ist.

Bei Aufnahmen aus unserem Turmwagen kurz vor dem Bahnhof Hirschwang denkt man heute gerne an den Einsatz einer Fotodrohne. © ÖGLB/Reinhard PoppEnde April wurden anschließend die letzten, im ehemaligen Bahnhof Hirschwang hinterstellten Güterwagen auf die sanierten Kanalgleise überführt. Der Bereich des ehemaligen Bahnhofs Hirschwang wird seit 2006 im Betrieb nicht mehr befahren und nur mehr als Abstellgleise genutzt, zudem ist das im Besitz der Mayr-Melnhof AG stehende Bahnhofsgebäude bereits sehr baufällig und nicht mehr repräsentativ. Anschließend wurde die Fahrleitung vor dem Bahnhofsbereich beim zukünftigen Gleisende abgespannt und mit dem Abbau der Fahrleitung und der Masten begonnen. Die Fahrleitungsteile wurden anschließend aufgearbeitet und genauso wie die Masten für eine spätere Wiederverwendung gelagert.

Großräumiger Lichtraumfreischnitt und Fahrleitungsarbeiten

Der Schnittzug bestehend aus der Diesellok V10 und drei Flachwagen bei Schneedörfl. © ÖGLB/Albert MalliUnmittelbar nach der Schneeschmelze wurde entlang der Strecke mit großflächigen Ausschneidearbeiten begonnen. Das umfasste zunächst den Hang im Steinhofgraben und anschließend die gesamte Talhofschleife – insgesamt wurden 23 Güterwagenladungen Schnittgut abtransportiert. Als dritter Abschnitt erfolgte die Payerbacher Rampe zwischen km 0,7 und der Steinhofgrabenbrücke, deren talseitiger Hang ebenfalls komplett gerodet werden konnte. Somit bieten sich den Fahrgästen im Sommer wieder prächtige Ausblicke auf das Schwarza-Viadukt der Südbahn einerseits sowie auf die Theaterstätte im Thalhof und das Schneebergmassiv andererseits. Als letzter Abschnitt wurde der Kurhausbogen zwischen der Querung untere Schneedörfel-Straße und der Kurhausbrücke sowie im Bereich des Bahnhofs Reichenau ausgeschnitten.

Vor der ersten elektrischen Fahrt in diesem Jahr waren einige kleinere Arbeiten an der Fahrleitung notwendig. © ÖGLB/Reinhard PoppVor der ersten elektrischen Fahrt in diesem Jahr waren einige kleinere Arbeiten an der Fahrleitung notwendig: Im Bereich des Bahnhofs Reichenau wurden zwei Querdrähte repariert. Zusätzlich wurden bei der Kurhausbrücke Justierarbeiten durchgeführt, mehrere Anker nachgeschlagen und auf der gesamten Streckenlänge erfolgte eine Bügelprobefahrt.

Erste Sonderfahrt mit seltener Zugzusammenstellung

E-Lok E I zusammen mit dem originalen L.B.P.-H.-Beiwagen B11 mit dem komplett freien Ausblick auf das Schwarza-Viadukt der Südbahn. © ÖGLB/Ferdinand DrexlerAm 12. April fand bereits die erste Sonderfahrt in dieser Saison statt. Auf Kundenwunsch wurde die E-Lok E I zusammen mit dem originalen L.B.P.-H.-Beiwagen B11 in Verkehr gesetzt. Die Teilnehmer zeigten sich von der Höllentalbahn und den Leistungen der Mitarbeiter für Erhalt und Betrieb sehr beeindruckt und genossen die Fahrt durch das frühlingshafte Höllental.