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Aktuell - 2017

Jahresrückblick 2016

Beitrag verfasst am 08.01.2017

Ein abwechslungsreiches Jahr auf der Höllentalbahn ist zu Ende gegangen. Nachdem an dieser Stelle in der ersten Jahreshälfte mehrere Berichte über die Wiedererlangung der Betriebsbewilligung zu lesen waren gab es im Sommer dann Ankündigungen zu unseren diversen Sonderveranstaltungen und dann ist es still geworden. In diesem Zusammenhang sein daran erinnert, dass die Erhaltung und Betrieb der Höllentalbahn inklusive diverser administrativer Tätigkeiten und Öffentlichkeitsarbeit ausschließlich von ehrenamtlichen Mirarbeiterinnen und Mitarbeitern besorgt wird. Da kann ein Jobwechsel auch einmal dazu führen, dass die zur Verfügung stehende Zeit knapp wird. Die deswegen in den vergangenen Monaten etwas vernachlässigte Berichterstattung über Erhaltungsarbeiten soll hier in diesem Jahresrückblick nachgeholt werden.

Ausschneidearbeiten

Die kleinen Äste wurden auf den Schnittzug aufgeladen, die dickeren für eine spätere Abholung vorbereitet.Den Lichtraum auf der Strecke frei zu halten, also die Bäume und Sträucher neben dem Gleis so zurückzuschneiden, dass der Zug ungehindert vorbeifahren kann ist laufend notwendig. Das wurde natürlich auch im Jahr 2016 nicht vernachlässigt. Schwerpunkte waren heuer die „Haaberger-Gerade“ (der lange gerade Streckenabschnitt in Fahrtrichtung Hirschwang unmittelbar vor der Haltestelle „Haaberg“), „Payerbacher Rampe“ (die Einfahrtsrampe in den Bahnhof Payerbach unmittelbar neben der Südbahnstrecke) und die „Thalhofschleife“ (der 270° Bogen bei der Haltestelle „Kurhaus“). Zahlreiche vollbeladene Züge führten das Schnittgut zur Entladestelle nach Hirschwang. Dicke Äste und Stämme wurden gesondert gesammelt und zu Brennholz geschnitten.

Dieser Baum hat die Fahrleitung glücklicherweise nicht nachhaltig beschädigt.Trotz der routinemäßigen Ausschneideaktionen passiert es immer wieder vor allem bei starkem Wind, dass Bäume umstürzen und die Strecke blockieren. Das nebenstehende Bild zeigt einen Baum der im Artzbergeinschnitt im Juli kurz vor Saisoneröffnung in der Fahrleitung hing. Er konnte unter tatkräftiger Mitwirkung des dortigen Grundeigentümers ohne Beschädigung der Fahrleitung entfernt werden. Anfang November stürzte ein toter Baum naher der Endstation Hirschwang auf die Gleise. Diesmal wurde auch die Fahrleitung in Mitleidenschaft gezogen, die Schäden konnten zwei Wochen später behoben werden. Den größten Schaden richtete ein gefallener Baum nahe der Kurhausbrücke bereits im April – siehe extra Artikel.

Sturm deckt Teile der Fahrzeughalle ab

Heftige Stürme haben die Dachdeckung an der südwestlichen Ecke der Fahrzeughalle weggerissen.Ende Februar haben heftige Stürme die Dachdeckung an der südwestlichen Ecke der Fahrzeughalle auf etwa vier mal vier Meter weggerissen und etwa 15 Meter entfernt auf Gleis 5 „abgelegt“. Der Schaden wurde durch die Fa. Fabbri-Dach Gloggnitz behoben und von der Gebäudeversicherung übernommen.

Bau des Kranwagens

Bauzustand im Mai: Motor, Pumpe, Tank, die Steuerventile und der E-Steuerkasten sind bereits fix montiert.So präsentiert sich der Wagen Anfang Jänner 2017Bereits im Jahr 2015 konnte ein ausrangierter HIAB LKW Kran günstig erworben werden. Im Laufe des Jahres 2016 wurde dieser auf einem ehemaligen ÖBB Güterwagen montiert und dadurch ein neues wertvolles Arbeitsfahrzeug für die Höllentalbahn geschaffen. Am Ende des Kranauslegers wurde ein seit langem in Kienberg bei der Ybbstalbahn-Bergstrecke abgestellter und dort nicht mehr benötigter Grabgreifer (Kinshofer KM626) mit Rotator montiert. Die Hydraulikanlage bestehend aus Motor, Pumpe, Tank und Steuerventilen wurde am Wagen neu installiert. Die Hydraulikausrüstung des Kranes musste zur Bedienung von Rotator und Greifer um zwei Doppelleitungen erweitert werden. Für die Versorgung des Elektromotors war auch die Einrichtung eines E-Steuerkastens erforderlich. Nachdem die elektrische und hydraulische Ausrüstung fertiggestellt war wurde der Wagen neu bedielt und mit neuen Bordwänden versehen. Mittlerweile ist der Wagen fertiggestellt und wird spätestens bei unserer nächsten Gleisbaustelle auf der Strecke zum Einsatz kommen.

Wagen G10036 wird neuer Wohnwagen G/s 251

Holzarbeiten: Die Verschalungshölzer wurden schon vor der Montage gestrichen.Der ehemalige Güterwagen G10036, in Privateigentum von einem unser aktivsten Mitglieder, wird von Grund auf aufgearbeitet und als Wohn- und Schlafwagen ausgebaut. Die Aufarbeitung startete im Oktober 2015 mit der Sanierung des Blechdaches. Es wurde gründlich entrostet, zwei Mal mit Rostschutzgrundierung behandelt und schließlich mit einem grauen Kunstharzlack gestrichen.

Die weiteren Arbeiten konnten erst im Frühjahr 2016 in Angriff genommen werden. Zu diesem Zweck wurde der Wagen auf das Werkstattgleis in der Remise Hirschwang berschoben. Alle Verschalungsbretter wurden durch neue ersetzt, die mehrfach innen un außen grundiert und lackiert wruden. Der Wagen erhält seine elegante Ursprungsausführung zurück und wird grau (Verschalung) und schwarz (Metallbau) lackiert

Seit Mitte August präsentiert sich der Wagen von außen wie fabriksneu, nur die beiden Schiebetüren warten noch auf die neuen Verschalungshölzer. Im Laufe des Herbst wurden im Bereich hinter den Schiebetüren die für die Verwendung als Wohnwagen nötigen Türen und Fenster eingebaut.

Im Jänner 2017 ist der Wagen äußerlich fertiggestellt, der Innenausbau folgt.Der Güterwagen G/s 251 wird unseren Fuhrpark an historischen und historisch korrekt restaurierten Wagen bereichern. Von außen wird nicht zu erkennen sein, dass der Wagen innen als Schlaf- un Wohnwaggon ausgebaut ist.

Sturm wirft riesigen Baum auf die Fahrleitung

Hier kommt kein Zug mehr durch. Die Behebung des Schadens kostet viele Arbeitsstunden.Unmittelbar nach der Kurhausbrücke in Fahrtrichtung Payerbach wirft ein Sturm Ende April einen sehr hohen und schweren Kastanienbaum in die Fahrleitung und auf die Strecke. Ein hölzerner Fahrleitungsmast mit Strebe knickt in Folge; teilweise wird auch das Geländer entlang der Brückenrampe zerstört. Der Schaden ist also beträchtlich.

Fahrleitungsreparatur auf der Kurhausbrücke nach dem Sturmschaden. Im Güterwagen: Betonfüße für die Oberleitungsmasten.Trotz sofortiger Meldung bei der Verssicherung seitens des Grundeigentümers mussten wir fast drei Wochen warten bis der Schaden von einem Sachverständigen begutachtet und bewertet war damit der Baum entfernt werden konnte. Während wir anschließend die Reparatur der Fahrleitung in Angriff nahmen hat die Versicherung die Verschuldensfrage untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass in diesem Fall höhrere Gewalt am Werk war – schließlich wurde der Baum erst kurz vor dem Umknicken von einer Gartenbaufirma begutachtet und für gesund befunden. Die Versicherung sah sich daher nicht zahlungspflichtig, hat aber aus Kulanz dennoch ein Drittel der Schadenssumme ausbezahlt. Die Entfernung der vom Sturm gebrochenen Kastanie wurde vom Eigentümer veranlasst und durchgeführt; die Reparatur der Fahrleitungsanlage musste in Eigenleistung mit dem Turmwagen erfolgen. Mit Hilfe von Bagger und Vibrationsstampfer von und mit Alois Weinzettl als „Nachbarschaftshilfe“ konnten die Betonfüße („Apostel“) zur Neuaufstellung des Mastes und der Strebe versetzt werden. Gleich vier verbogene Fahrdrahtausleger wurden repariert. Das Aufrichten von Oberleitungsasten und Fixieren mit nur drei Mitarbeitern war trotz Baggerhilfe an der Grenze des Möglichen – trotzdem haben wir es geschafft! Danke an alle Beteiligten!

Neue Verkehrszeichen für die Höllentalbahn

Aufklappen der Stopptafel durch das Zugpersonal des ersten Zuges in der Früh.Wie im Zuge der Bescheiderlangung schon berichtet mussten die Andreaskreuze bei den Eisenbahnkreuzungen abmontiert und stattdessen Tafeln „allgemeine Gefahr“ mit Zusatztafel plus schwenkbarer Stopptafeln montiert werden. Letztere werden jetzt an jedem Betriebstag in der Früh auf- und am Abend wieder zugeklappt. Um das rasch erledigen zu können sind die Verkehrszeichen in der jeweiligen Position nur mit einem Vorhängeschloss gesichert.

Aufstellen der neuen Verkehrszeichen an den Rad- und FußgängerquerungenDie Tafeln „allgemeine Gefahr“ mit Zusatztafel mussten allerdings zusätzlich auch an allen Rad- und Fußgängerquerungen angebracht werden wo vorher keinerlei Beschilderung vorhanden war. Dadurch war die komplette Neuaufstellung von etlichen Verkehrszeichen notwendig wofür eigens ein Erdbohrer angeschafft wurde.

Geländer der Wasserleitungsbrücke repariert

Ein Arbeitszug befährt die Brücke mit repariertem Geländer.An dieser Stelle müssen wir uns beim Streckeneigentümer der Fa. Mayr-Melnhof bedanken. Eine Auflage in dem neuen Bescheid war es, das jahrzehntelang verbogene Geländer der Wasserleitungsbrücke zu reparieren. Das ist im Frühjahr im Auftrag und auf Kosten von Mayr-Melnhof erfolgt wie das Foto von Anfang Juli zeigt.

Elektrotechnische Adaptierungsarbeiten

Die Befestigung der Erdungsleitung am Mast und an der Schiene sind erkennbar.Auch der Amtssachverständige für Elektrotechnik hat im neuen Bescheid hat einige Adaptierungen an der alten Anlage vorgeschrieben. Aus diesem Grund wurden alle aus leitendem Material bestehenden Fahrleitungsmaste (aus alten Rillenschienen) ordnungsgemäß mit den Schienen verbunden, also niederohmig geerdet. Weiters wurde eine Erdschlusserkennung im 1,5kV Bereich der Umformeranlage Reichenau gefordert. Die Umsetzung dieser Sicherheitsvorkehrung gestaltete sich einigermaßen schwierig und erforderte die Konsultation mehrerer Fachfirmen, konnte letztendlich aber auch noch vor Saisoneröffnung umgesetzt werden. Schließlich wurden dabei noch einige weitere kleine Mängel an der Umformeranlage behoben.

Verkürzte Saison

Der erste Personenzug nach fast zwei Jahren ist voll besetzt!Die Saison 2016 war wegen der langwierigen Bewilligungsphase kürzer als normal, die Gesamtsumme der Fahrgäste liegt daher niedriger als 2014. Trotzdem können wir eine positive Bilanz aus der Saison 2016 ziehen, die durchschnittliche Zahl der Fahrgäste in jedem Zug liegt deutlich höher als im Jahr 2014. Ein weiteres Indiz dafür, dass die Bahn im Jahr 2015 vielen abgegangen ist, ist der Besucheransturm am ersten Betriebstag nach der langen Pause. Mit 374 Fahrgästen ist dieser Tag der bestbesuchte Tag der letzten fünf Jahre. Wir danken allen Fahrgästen für die Treue und freuen uns auf die kommende Saison. Der Fahrplan ist fertig und wird in den nächsten Tagen hier veröffentlicht.

Schwellentausch in der Zugförderung Hirschwang

Im Remisengelände in Hirschwang wird im Allgemeinen langsamer als auf der Strecke, vor allem aber ohne Fahrgäste gefahren. Daher wird dem Oberbau, also vor allem dem Schwellenzustand in dem Bereich nicht immer das Augenmerk geschenkt wie der Strecke selbst. Trotzdem liegen auch dort Holzschwellen von denen einige ihre Lebensdauer bereits um einiges überschritten haben. Auch wenn es nur ein Tropfen auf einen Heißen Stein ist wurden an mehreren Wochenenden im August und September einige dieser Schwellen von einem kleinen Team ausgetauscht.

Neue alte Schwellen

Im Oktober haben wir eine Lieferung mit 320 gebrauchten aber bei uns sehr gut weiterverwendbaren Schwellen von der Salzburger Lokalbahn bekommen. Da es sich dabei aber um Normalspurschwellen handelt müssen diese erst auf das für die schmale Spur verwendbare Maß von 1,6 Metern zugeschnitten werden. Dies konnte wenige Wochen nach der Lieferung bei knapp 200 Schwellen erledigt werden. Damit steht für Gleisbauarbeiten im Frühjahr genügend Material zur Verfügung.

Hallenverschub

So leer war die Halle seit über 20 Jahren nicht.Nach Fertigstellung des Kranwagens sowie des neuen Wohnwagens stand im Dezember noch eine große Verschubaktion im Dezember auf dem Plan. Primäres Ziel war es, die beiden fertiggestellten Wagen ins Freie zu stellen und drei weitere Wagen für Ausbesserungsarbeiten über den Winter in die Halle zu holen. Da sich die Wagenwerkstätte am Gleisabschluss vom Gleis 3 befindet müssen bei so einer Aktion immer auch alle davor stehenden Fahrzeuge die Halle verlassen. Zusätzlich zu dem Verschub am Hallengleis 3 wurde an diesem Tag auch das Hallengleis 2 in gleicher Weise geräumt um auch dort das letzte Fahrzeug vor dem Gleisabschluss hervorzuholen. Es handelt sich dabei um die Dampflok „Böhler 17“ in stark zerlegtem Zustand, die seit über 20 Jahren dort steht und die ganze Zeit über nicht bewegt wurde. Das Fahrzeug steht seit längerer Zeit zum Verkauf und wird voraussichtlich in naher Zukunft aus Hirschwang abtransportiert. Die Verschubaktion wurde nun zum Anlass genommen, die Lok rollfähig zu machen und für den Abtransport günstiger aufzustellen. Dazu wurde das Fahrwerk bereits am Vortag gereinigt und mit einem Ölfilm versehen. Die ausgeräumte Halle wurde auch gleich zum Anlass genommen, einige bisher nicht so gut zugängliche Ecken der Fehrzeughalle zu entrümpeln und aufzuräumen.