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Aktuell - 2015

Kein Betrieb: Viele Erhaltungsarbeiten trotz Hitzesommer

Beitrag verfasst am 07.10.2015

Viele Tage über 35 Grad, ein fehlender Veranstaltungsbescheid und kurzfristige Rechtsunsicherheit bei den Bauzügen. Das sind keine guten Voraussetzungen für hochmotiviertes Arbeiten an der Strecke. Dennoch konnten zahlreiche Erhaltungsarbeiten vorangetrieben werden.

Rechtsunsicherheit bei den Erhaltungszügen

Der erste Arbeitszug ist nach mehrwöchiger Unterbrechung in Payerbach angekommen.Im Rahmen der Befahrung/Begehung am 13. Juli hat die Verhandlungsleiterin angekündigt, dass der Bescheid der Veranstaltungsbehörde nach ihrer Rechtsansicht nur die personenbefördernden Züge umfassen kann; die vielen Bau- und Arbeitszüge werden darin nicht geregelt werden. In unserem bisherigen Bescheid waren auch Erhaltungszüge ausdrücklich erwähnt.

Das bedeutet glücklicherweise nicht, dass keine Erhaltungszüge mehr fahren dürfen, denn die Rechtslage ist klar: Die im Besitz der MM-Karton befindliche Bahnstrecke Payerbach-Reichenau-Hirschwang ist nach dem Eisenbahngesetz „eine vorrübergehend eingestellte Eisenbahnanlage“. Im § 28 (3) des Eisenbahngesetzes ist vorgegeben, dass Vorkehrungen zu treffen sind, damit die Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Betriebes gewährleistet ist. Erhaltungsarbeiten sind darin vielmehr vorgeschrieben, um etwa Anrainer der Bahnstrecke nicht zu gefährden.

Mit dem „Nostalgiezug Semmering“ hätte es 2015 erstmals eine neue attraktive Anreisemöglichkeit zur Höllentalbahn gegeben. Doch mangels Veranstaltungsbescheid konnte am 30. August nur eine Zugsbegegnung mit einem Arbeitszug der Höllentalbahn fotografiert werden.Da die Erhaltungszüge aber bisher im Bescheid des Landes NÖ erfasst waren, haben wir bei unserer Haftpflichtversicherung Rücksprache gehalten, ob für unsere Mitarbeiter weiterhin der volle Versicherungsschutz gegeben ist. Die Grazer Wechselseitige bestätigte dies glücklicherweise in einem Schreiben vom 25. August: „Hinsichtlich der notwendigen, neuen Betriebsbewilligung dürfen wir Ihnen (…) bestätigen, dass die bis zum Einlangen dieser Bewilligung notwendigen Fahrten für die Wartung der Gleisanlage vom Versicherungsschutz umfasst sind.“ So lange diese Frage aber nicht eindeutig beantwortet war, haben wir sicherheitshalber keine Bau- und Arbeitszüge in Bewegung gesetzt. An insgesamt sechs Wochenenden verkehrten also in diesem Sommer weder Personenzüge (kein Veranstaltungsbescheid) noch Bauzüge (Rechtsunsicherheit beim Versicherschutz).

Sofort nach Einlangen des erlösenden Schreibens von der Versicherung, also schon am Sonntag, den 30. August, verkehrte wieder ein Arbeitszug auf der Strecke. Endlich konnte das Schnittgut vom Freischneiden der Strecke wieder auf den bekannten Lagerplatz nach Hirschwang transportiert werden.

Payerbache Rampe: Umfassende Bewuchsbekämpfung

Großflächiges „Ausschneiden“ auf der Payerbacher Rampe. Dabei wird auch die Mauerkrone der Stützmauer im Bahnsteigbereich freigelegt.Derzeit wird die Böschung im Bahnhof Payerbach-Lokalbahn vom Bewuchs befreit. Dabei wird auch die Mauerkrone der Stützmauer im Bahnsteigbereich, wie im Streckengutachten empfohlen, freigelegt. Da diese Erhaltungsarbeiten vermutlich schon zur Zeit des Planverkehrs vernachlässigt wurden ist das eine recht aufwändige Sache.

Triebwagen 1: Schütz defekt

Just am Wochenende vor der Befahrung/Begehung mit der Behörde am 13. Juli ist beim Triebwagen eine Störung der Steuerspannung eingetreten. Schütze werden im Triebwagen u.a. eingesetzt, um die Schaltung der Fahrmotoren 3 und 4 beim Rückwärts- und Vorwärtsfahren bzw. Bremsen zu ändern.

Bei der Spulenelektronik des Schütz „R v (Relais vorwärts)“ gab es einen Überschlag gegen Masse. Dadurch waren auf der Leiterplatte einige Kupferbahnen abgebrannt. Nach Reparatur dieser musste leider festgestellt werden, dass auch einige Elektronik-Bauteile schadhaft waren – keine Ersatzmöglichkeit am Wochenende, am Montag Behördenbefahrung vorgesehen! Eine prekäre Situation…

Ein Versuch mit einem Hilfskontakt am Schütz und einer Kombination von zwei Niedervolt-Glühbirnen, die als Widerstand eingesetzt wurden, war erfolgreich und hat provisorisch die Elektronik ersetzen können. Betrieblich gab es keinerlei Einschränkungen, wie eine Testfahrt und die Behördenfahrt glücklicherweise gezeigt haben.

Inzwischen konnte der Schütz durch Einbau einer neuen Elektronikplatine repariert werden.

Remise Hirschwang: Abrutschende Böschung gesichert

Die abrutschende Böschung neben dem Hallengleis 1 wurde mit schweren Steinen gesichertDie Baufirma Fa. Leyrer & Graf hat die abrutschende Böschung neben dem Hallengleis 1 saniert und dort mit einem Bagger schwere Steine aufgeschlichtet.

Wie berichtet, erfolgten diese Arbeiten als Gegenleistung. Die Baufirma hatte im Rahmen der Arbeiten für den Hochwasserschutz im Frühjahr den Oberbau (Schienen und Schwellen) nahe der Kurhausbrücke (km 2,895 bis kurz vor die EK Johannesbrücke) beschädigt. Diese Reperaturen haben wir in Eigenleistung erledigt und uns (auch schriftlich) darauf geeinigt, dass die Baufirma als Gegenleistung den abrutschenden Hang saniert. Das ist für beide Seiten eine sehr gute Lösung, weil jeder Partner nun jene Arbeiten erledigt hat, die für ihn leichter umzusetzen waren.

Fortschritte beim Bau des Kranwagens

In der Halle wurde in den Sommermonaten am Kran weiter gearbeitet; alle Teile des Krans sind bereits voll funktionsfähigAm Kranwagen konnte über den Sommer immer wieder weiter gearbeitet werden; alle Teile des Krans sind bereits voll funktionsfähig. Es muss aber ein stärkerer Motor verwendet werden, als ursprünglich geplant. Aus Bestandsteilen im Lager wurde testweise eine unterdimensionierte Untersetzung angefertigt und mit dem 4-kW-Motor der Mischmaschine in Betrieb genommen. Damit waren alle Kranfunktionen zügig und durchgängig verwendbar; auch geringe Lasten sind damit möglich.

Mit einem stärkeren Motor unter Verwendung einer richtig dimensionierten Untersetzung (drei Standard-Keilriemen á 17 mm) wird der Kran einwandfrei funktionieren. Außerdem wurden die ausziehbaren Seitenstützen betriebsfähig gemacht.