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Aktuell - 2014

Glück und Pech muss man haben - Der Sommer im Höllental

Beitrag verfasst am 14.10.2014

Neben den üblichen Arbeiten, wie das regelmäßige Rasenmähen, das intensive Freischneiden der Strecke und den planmäßigen Fahrzeugwartungen konnte im ersten Halbjahr 2014 wieder einiges an Berichtenswertem erledigt werden. Der Ex-Mariazeller 3147 präsentiert sich im Neulack; gleich zwei Güterwagen wurden neu beplankt. Bei der Lokalbahnwoche im Frühling konnten 65 Schwellen bei Bahnkilometer 1 getauscht werden. Einmal hatten wir Glück, vom Hochwasser im Mitte Mai blieben wir knapp verschont, einmal Pech: Wegen der Entgleisung des Schotterwagens war der Saisonstart mit der großen Fahrzeugausstellung nicht pannenfrei, bei den Gästen dennoch ein voller Erfolg.

Lokalbahnwoche im Frühling: Schwellentausch bei km 1,0

Innerhalb einer Woche konnten 65 Schwellen im Bereich Bahnkilometer 1,0 getauscht werden.Zum Start der Gleisbauwoche Mitte April wurden am ersten Tag etwa 100 Schwellen geschnitten und auf die erforderliche Länge für die schmale Spur gekürzt. Vom Wetter her waren die Arbeiten nicht ganz angenehm; trotz Schneefall und Morgenfrost (in Hirschwang) sowie häufigem, leichten Regen konnten die Arbeiten aber ohne wetterbedingte Unterbrechungen erfolgreich durchgeführt werden.

In Summe konnten innerhalb einer Woche 65 Schwellen an der Strecke, die an dieser Stelle parallel zur Steinhofgrabenstraße verläuft, getauscht werden. Die alten Schwellen wurden ausgegraben und durch neue ersetzt. Die neuen Schwellen wurden an Ort und Stelle gebohrt, geschraubt bzw. genagelt. Dabei gelangte erstmalig der neue „Kompressorwagen“ Owa 325 zum Einsatz, der problemlos funktionierte.

Fehlender Schotter wurde ergänzt und per LKW auf die Baustelle gebracht.Am Ende der Woche wurde der Schotter ergänzt und gestopft. Der Schotter wurde erstmals mit einem LKW der Firma Weinzettl vom Schotterlageplatz in Hirschwang angeliefert. Es war eine Freunde mitanzusehen, wie gut dosiert der Schotter mit Hilfe eines modernen LKW-Krans auf die Baustelle gebracht werden kann.

Etwa 35 weitere Schwellen in diesem Bereich wurden in einer zweiten Lokalbahnwoche Ende September erneuert.

Hochwasser Mitte Mai: Höllentalbahn bleibt verschont

Bedrohlicher Pegelstand der Schwarza. Blick von der Brücke in Reichenau in Richtung Hirschwang, rechts im Bild die Gleise der Höllentalbahn.Seit den frühen Morgenstunden sind am 16. Mai im Bezirk Neunkirchen die Feuerwehren im Großeinsatz gestanden. Starke Regenfälle ließen Bäche im Bezirk über ihre Ufer treten. Der Pegelstand der Schwarza entlang der Strecke der Höllentalbahn stieg beängstigend hoch an. Glücklicherweise ist die Schwarza aber nicht über die Ofer getreten und die Höllentalbahn blieb vom Hochwasser verschont. Bedrohlich hat die Situation auch in jenen Bereichen der Schwarza ausgesehen, wo gerade an einem zusätzlichen Hochwasserschutz gearbeitet wird. Die Feuerwehren haben mit zahlreichen Sandsäcken gegen ein Übergehen der Schwarza angekämpft.

Neulack für Ex-Mariazeller 3147

Neu lackiert präsentiert sich der Ex-Mariazeller 3147 abgestellt im Bahnhof Reichenau.Der ehemalige Wagen der Mariazellerbahn 3147, der von der Familie Thier angeschafft wurde, hat in Kooperation mit unserer Förderfirma Spicker aus Gloggnitz eine komplette Neulackierung erhalten. Der Waggon war auf einer Seite mit einem großflächigen Graffiti verunstaltet, welches zuvor mit Reinigungsmitteln der Fachfirma weitgehend entfernt werden konnte. Es wurde die letztgültige Lackierung im sogenannten „Valousek“-Design beibehalten. Der neue Wagen ist derzeit auf Gleis 2 in Reichenau abgestellt und wird nach kleinen Anpassungen an die technischen Normen der Höllentalbahn bei Sonderzügen zum Einsatz kommen.

Saisonstart zu Pfingsten: Fahrzeugschau und eingeschränkter Betrieb

Imposante Fahrzeugausstellung im Bahnhof Payerbach: Im Bild Tankwagen 64607 + Oberbauwagen G 96 + Kompressorwagen Owa 325 + G 201 + Turmwagen T 1Zum Saisonstart zu Pfingsten wurden am Samstag, den 7. Juni alle betriebsfähigen Fahrzeuge (auch Arbeitsfahrzeuge) in Form einer kleinen Leistungsschau in Reichenau und Payerbach ausgestellt. Die Züge verkehrten zum Nulltarif.

Bedauerlicherweise ist beim letzten Zug, der die auszustellenden Fahrzeuge nach Payerbach bringen sollte, der letzte Wagen, der Schotterwagen 91800, nach der unteren Schneedörfl-EK entgleist. Das bergseitige Drehgestell hat sich vom Aufbau gelöst und wurde etwa einen Meter nach hinten verschoben. Als Entgleisungsursache gibt es eine plausible Erklärung: Der Schotterwagen war relativ straff mit dem dreiachsigen Tankwagen (Wagen 64607) gekuppelt und noch nie in dieser Kombination auf der Strecke. In dem engen Doppelbogen mit Neigungsänderung nach der unteren Schneedörfl-EK dürfte es aus diesem Grund gerade an dieser Stelle zur Entgleisung gekommen sein.

Eine sofortige Streckenfreimachung war wegen der Schäden am Schotterwagen unmöglich. Daher musste die Saisonstart-Veranstaltung mit Schienenersatzverkehr (mit PKW) zwischen Payerbach und Reichenau durchgeführt werden. Der Triebwagen TW 1 pendelte ersatzweise zwischen Reichenau und Hirschwang. Die etwa 60 Gäste waren durchgängig verständnisvoll und haben die Sondersituation freundlich akzeptiert.

Schon am Sonntagvormittag wurde das verzogene Bremsgestänge des 91800 ausgebaut; am Nachmittag erfolgte die Bergung mit Hilfe eines Baggers und einem LKW-Ladekran der Fa. Weinzettl und einigen Helfern der freiwilligen Feuerwehr Reichenau. Der Wagen konnte vorsichtig nach Reichenau verschoben werden. Um etwa 15:20 erfolgte die Streckenfreigabe, die Züge 6 und 7 verkehrten am Pfingstsonntag wieder auf der Gesamtstrecke.