Lokalbahn Payerbach - Hirschwang über Kurort Reichenau Zur ÖGLB Vereinshomepage Zur Bergstrecke-Ybbsthalbahn Homepage

Information in English

Technik - Rekonstruktion eines Triebwagens - Bau

Projektablauf

Zunächst wurde mit der Aufarbeitung der Drehgestellrahmen begonnen (Stufe 1 des Projektes). Die Original-Drehgestelle befanden sich durch den langjährigen Einsatz im schweren Güterverkehr der Zillertalbahn in einem sehr mitgenommenem Zustand, aber die Grundsubstanz war noch gut erhalten.

Das Ergebnis der mustergültigen Aufarbeitung durch Stern & Hafferl sehen Sie am unteren Bild.

Gleichzeitig wurden erste Versuche, die neuen Antriebe betreffend, unternommen.

 

Die 4 Fahrmotoren, welche von ehemaligen Lokomotiven des steirischen Erzberges stammen, passen nur mit viel Mühe in die beengten Einbauverhältnisse des Fahrzeuges.

Alle 4 Motoren werden von einer darauf spezialisierten Firma in Linz elektrisch aufgearbeitet, die mechanische Aufarbeitung (Lager, Gehäusereparaturen) erfolgt in Vorchdorf.

Es war nahezu ein feierlicher Akt, als der erste fertige Motor probeweise auf eine der ebenfalls fertigen Achsen gesetzt wurde.

 

Nach einem langen und strengen Winter im Höllental war es Ende Februar endlich so weit: Der Beiwagen ZB 36 (ursprünglich LBP-H 11) wurde nach Vorchdorf zur Firma Stern & Hafferl transportiert.

Dieser Wagen befindet sich noch weitgehend im Originalzustand, während der andere noch verbliebene Wagen (ZB 37 / ursprünglich LBP-H 14) mit einem Gepäckabteil ausgerüstet und die Originalsubstanz daher in größerem Ausmaß zerstört wurde.

Angesichts der langjährigen Abstellung im Freien und den dadurch schon stark verwitterten Holzelementen ist die Aufarbeitung des Wagenkastens ein langwieriges und schwieriges Unterfangen.

 

Der Wagenkastenrohbau - eine Herausforderung für jeden Waggontischler.

Oberes Bild: Zustand Juni 2002

Unteres Bild: Zustand August 2002

Alleine eine Stirnseite besteht aus 52 Zapfenverleimungen. Jeder Steher hat individuelle Abmessungen und muß in millimetergenauer Handarbeit hergestellt werden.

 

Der Innenraum präsentiert sich bereits mit strahlend weißer Decke. In der Mitte des Bildes ist der Notbremsgriff zu sehen.

(November 2002)

 

Jetzt sieht er bereits wie ein Fahrzeug aus! Die grundierten Seitenverblechungen sind komplett montiert. Die lackierten Ränder lassen bereits die zukünftige Farbgebung erahnen.

(Dezember 2002)

 

Das Untergestell ist mit Ausnahme der Sandbehälter schon komplett fertiggestellt. Die Vakuum-Bremsanlage unter dem Wagenboden mit dem deutlich sichtbaren, stehenden Bremszylinder wurde sorgfältig aufgearbeitet. Rechts im Bild die elektrische Saugluftpumpe.

(Dezember 2002)

 

Die Drehgestelle sind bereits einbaufertig, nur noch die endgültige schwarze Lackierung fehlt noch. Die Antriebe haben auch schon erfolgreiche Probeläufe hinter sich, sozusagen das erste Lebenszeichen des neuen Prunkstücks der Höllentalbahn.

(Dezember 2002)

 

Die Schleifringfahrschalter wurden in der Werkstätte Hirschwang von der ÖGLB in Eigenleistung aufgearbeitet und präsentieren sich nun in fast neuwertigem und funktionsfähigem Zustand.

(Februar 2003)

 

In der Zwischenzeit ist der Wagenkasten fast fertig, alle Fenster sind Eingesetzt, der Innenausbau ist voll im Gange. Die nächste große Baustufe ist der Dachaufbau. Nach Aufarbeitung und Montage der Sitzbänke wird das Fahrzeug nach Hirschwang geliefert und in der dortigen Werkstätte komplettiert.

(März 2003)

 

Viel ist nicht mehr zu tun, der Wagen geht der Fertigstellung entgegen. Für Restarbeiten, vor allem an der elektrischen Ausrüstung, wird der Triebwagen in die Werkstätte Hirschwang überstellt.

 

Am Nachmittag des 11. September 2004 wurde nach verschiedenen Tests im Werkstättenbereich eine Bügelprobefahrt nach Reichenau unternommen. Den Rückweg fuhr der TW 1 bereits mit eigener Kraft!

Nach einigen abschließenden Abstimmungsarbeiten erfolgte schließlich die behördliche Begutachtung und Abnahmefahrt am 2.10.2004.

Zu Saisonbeginn 2005 erfolgte die feierliche Aufnahme des Fahrgastbetriebes mit einem Festakt im Bahnhof Payerbach.

Seit der Saison 2005 steht der TW 1 nach 42 Jahren Pause wieder für den Betrieb auf der Höllentalbahn zur Verfügung.