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Die Energieversorgung
Kraftwerk Etwa auf halbem Wege zwischen Reichenau und Haaberg befindet sich, von der Bahn aus nicht sichtbar, das Wasserkraftwerk Hochfeld. Die Schwarza wird direkt neben der Haltestelle Haaberg durch ein Wehr in einen Seitenkanal abgeleitet, der zum Kraftwerk führt. Dort erzeugen auch heute noch die original Turbinensätze aus den 20er-Jahren elektrische Energie für die Papierfabrik, die Wohnhäuser in der Umgebung und auch die Lokalbahn. Vom Kraftwerk aus wird mittels einer 3-poligen Freileitung Drehstrom mit einer Spannung von 3500 V zum Umformerhaus Reichenau geführt. Diese
Leitung wurde knapp vor Saisonbeginn 2002 durch die Gemeinde Reichenau
ersatzlos abgetragen und die Museumsbahn damit ihrer seit 1926 funktionierenden,
umweltfreundlichen Energieversorgung beraubt. Ein
solcher Umformersatz ist einfach ein Drehstrom-Elektromotor, der unmittelbar
mit einem Gleichstrom-Generator verbunden ist. Der Motor wird mit 3500
V Drehstrom angetrieben, der Generator liefert Gleichstrom, dessen Spannung
durch Verstellung des Erregerfeldes bis 650 V einstellbar ist. Technische
Daten: SOUND
(MP3 stereo, 684 kB) Unmittelbar
anschließend an den Umformersaal sind im sogenannten Hochspannungsraum
der Blitzschutz, die Schaltanlagen (Trenn- und Leistungsschalter) und
ein Transformator zur Versorgung des Gebäudes mit Licht- und Kraftstrom
untergebracht. In
diesem Raum stehen seit der Abtragung der Freileitung auch zwei Transformatoren
einerseits zur Versorgung des historischen Umformers und andererseits
zur direkten statischen Gleichrichtung mittels Leistungsdioden. Elektrische
Bahnen entnehmen die Energie im Normalfall einer Fahrleitung, in unserem
Fall einer Oberleitung, das heißt
einem über dem Gleis gespannten Kupferdraht. An diesem Draht liegt
der Gleichstrom an, die Rückleitung zum Umformer auf Massepotential
erfolgt über die Schienen. Ein Berühren der Schienen ist ungefährlich,
da diese das gleiche Potential aufweisen, wie die sie umgebende Erde.
Diese raffinierte und sehr wirtschaftliche Art der Energiezufuhr ermöglicht
auch heute noch den Betrieb der Eisenbahnen mit sauberer und umweltfreundlicher
elektrischer Energie. Die
Lokomotive nimmt den Strom mit Hilfe des "Stromabnehmers"
von der Oberleitung ab, indem zwei auf der sogenannten "Palette"
befestigte Graphit-Schleifleisten am Kupferdraht entlangschleifen. Die
Rückleitung zu den Schienen erfolgt über die Räder. Damit
die Schleifleisten gleichmäßig abgenutzt werden, ist der
Draht zick-zack - artig gespannt, er "wandert" also während
der Fahrt quasi auf den Schleifleisten hin- und her. |
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Fernmeldewesen Zwecks einfacher Übermittlung von Nachrichten besitzen die Eisenbahnen seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein eigenes Telefonnetz, die sogenannte "BASA" (Bahn-Selbstanschluß). Auch die Lokalbahn wurde dem Trend der Zeit entsprechend mit einem solchen Netz ausgerüstet, das jedoch zu anderen Netzen keine Verbindung aufweist. Entlang der Strecke wird eine Telefonleitung als Luftkabel an den Fahrleitungsmasten hängend mitgeführt. An verschiedenen Stellen befinden sich Telefonapparate. Es sind dies die Bahnhöfe und Haltestellen, die Remise, sowie einige Apparate im Bahnhof Hirschwang.
Das Rufen einer anderen Sprechstelle erfolgt durch Abgabe von Klingelsignalen. Dies geschieht mit Hilfe einer kleinen Kurbel am Apparat (Kurbelinduktor), welche bei halbwegs rascher Drehbewegung eine Wechselspannung von bis zu 60V erzeugt. Diese reicht aus, um die Klingeln aller anderen Apparate ansprechen zu lassen. Jede Sprechstelle besitzt ihr Rufzeichen in der Art des Morsealaphabets. Zum Beispiel "Kurz-Kurz-Lang" für die Fahrdienstleitung Reichenau. Vor dem Wählen hat der rufende Teilnehmer durch Abheben und Hören zu überprüfen, ob nicht gerade gesprochen wird. Dann legt er auf und gibt mit dem Kurbelinduktor das Rufzeichen ab. Der gerufene Teilnehmer kennt das Klingelsignal "seiner" Sprechstelle und hebt ab. Nach dem Gespräch gibt der rufende Teilnehmer noch einmal zwei kurze Klingelzeichen ab um zu signalisieren, daß die Leitung wieder frei ist. Die Anlage ist auch heute noch betriebsfähig und wird nach wie vor benutzt. |
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